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Innenleben einer (MFM-) Festplatte (NEC D3142 mit 40 MB, NICHT! GB), rechts unten ist der Schrittmotor, der den Arm antreibt, der den Lesekopf (ähnlich einem “Tonkopf” von Kassetten-Rekordern) bewegt, zu sehen. Die Daten sind wie (geschlossene) Baumringe auf den magnetischen Scheiben vorhanden. Der Schrittmotor schaltet immer eine Spur/Ring weiter. Spez. ältere Festplatten sind erschütterungsempfindlich , die Festplatte bzw. die Oberfläche kann dabei kaputt gehen! (Köpfe schlagen auf, und es entstehen “Späne”). Die Platten hatten/haben sogar oft Mini- Luftfilter, die solche Teile in Grenzen auffangen können. Auch Staub, oder Metall- Grat aus dem Innenleben. Entgegen einem weit verbreiteten Gerücht ist KEIN Vakuum innerhalb der Platte! Die Platte hat eine Öffnung nach aussen, die mit einem Mikrofilter versehen ist. Dadurch Feuchtigkeitsausgleich und Druckausgleich. Die Platte hat auf jeder Spur die gleiche Menge an Daten, obwohl aussen eigendlich “mehr Platz” wäre. Dies ist bei modernen Platten berücksichtigt!/ geändert!, sie haben also aussen mehr Sektoren als innen. Aussen ist die Spur Nummer Null. Hier ist die Platte auch am schnellsten, was für das Betriebssystem sehr günstig ist.

Früher musste man bei Festplatten noch den sogenannten “Interleave” beim formatieren angeben. Die Sektoren lagen nicht hintereinander, da sie nicht so schnell eingelesen/verarbeitet werden konnten. Wenn der Interleave z.B. 3 war, bedeutete das, das die Spur erst nach 3 Umdrehungen eingelesen war... Die Platte war also 3 mal langsamer als eine Platte mit Interleave 1.

Es gab eine “lustige” Besonderheit bei einigen Platten: So wurden die Leseköpfe beim Abschalten nicht wie auf dem Foto auf der Innenspur (z.B. 615), sondern auf der Aussenspur (Spur 0) geparkt. Da die Leseköpfe aber sehr glatt waren, bzw. geschliffen waren, hafteten sie so stark auf den Scheiben, dass beim Einschalten der Festplatte diese nicht mehr anlief! Denn der Strom war nur für Dauerbetrieb dimensioniert, und nicht fuer einen relativ hohen Einschaltstrom. Auch die Hebelwirkung hat hiermit zu tun. Die Festhaltekraft ist aussen grösser als innen. Ich glaube, Adhäsion/Haftreibung ist auch beteiligt... Im schlimmsten Fall sogar “Kaltverschweissung”, wie es bei Parallel- Endmassen möglich ist, wenn sie zu lange aneinander haften, bzw. nicht geölt sind. Damit die Platte wieder anlaufen konnte, musste man sie entweder VORHER! auf der hohen Spur parken (per Software), oder sie beim Einschalten des PCs “ANSCHIEBEN”!... Bei manchen Platten kam man von aussen z.B. an eine Art “Schwungrad” oder an die Achse des Schrittmotors. Wenn man diese Teile dann bewegte, löste sich der Lesekopf! Da er sich aber dabei wohl auch etwas verdrehte, bzw. mechanisch belastet wurde, war das wohl keine Dauerlösung bzw. sinnvolle Lösung... Es soll sogar eine Art Bowdenzug gegeben haben, wo man per “Fernbedienung” diese Teile etwas bewegen konnte, wodurch die Platte anlief... Ich glaube daran, das es diesen Bowdenzug gab!... :-) Er fehlt mir noch in meiner Sammlung...

Die Platten arbeiteten mit dem sogenannten MFM Verfahren. Hier gab es 17 Sektoren auf jeder Spur. Beim RLL Verfahren gab es wohl 26 Sektoren. Für Festplatten mit vielen Oberflächenfehlern gab es sogar Controller, die deshalb nur 25 Sektoren formatierten, damit nicht “tonnenweise” defekte Sektoren archiviert werden mussten, wodurch die Platte langsamer geworden wäre. Allerdings war die Oberfläche der Festplatte ev. nicht für solche Datendichten gebaut. Es bestand also ein Datenrisiko. Aber man konnte mit RLL- Controllern eine 40 MB Festplatte auf ca. 70 MB “aufblasen”. Die 40 MB Festplatte kostete damals ca. 150 DM. Der Monatslohn von damals war aber geringer als heutige Löhne, deshalb kann man den Preis nicht einfach auf heutige Einkommen umrechnen. Wegen der hohen Preise machte man solche Geschichten...